Altarbild

Das Altarbild von St. Severin in Salzburg

Künstlerin: Michaela Petra Sturm, Salzburg

Ein Bild ist raumgestaltend und soll im Altarbereich den heiligen Handlungen einen würdigen Rahmen geben. Die Farbgebung soll in sich ansprechen. Die Bibel verbietet realistische Darstellungen. Das Altarbild von St. Severin ist daher abstrakt gehalten.

Erläuterungen zum Altarbild

Farbfelder und Gesamtrahmung
Die vier liturgischen Hauptfarben formen den inneren Korpus, ganz umfangen von einem weißen Umkreis: er weist auf das Schöpfungslicht, das die gesamte Welt in Gottes Heil einschließt. Die vier angedeuteten Kreuze weisen auf die Schuldhaftigkeit und die Erlösung. Sich aus dem Dunkel aufrichtend steht das letzte Kreuz im Grün des Jahreskreises. Die Dornenkrone im roten Feld ist Zeichen des Erlöserleidens, das im Wirken des Geistes nach dem Willen des Vaters und Schöpfers zur Vollendung geführt wird: die Dreifaltigkeit prägt alles.

  • Das violette Feld deutet in den dunkelsten Teilen auf Chaos und Übel, in das die Offenbarung wie ein Blitz einbricht und so das Violett der Buße begründet.
  • Das Rot ist zum einen die Farbe des Blutes und des Martyrertodes, zum anderen die Farbe des Heiligen Geistes. Es erinnert uns an den stellvertretenden Tod, an die Erlösung von Schuld und an das gegenwärtige Wirken des Geistes.
  • Grün ist die Farbe des Jahreskreises und der Menschenwelt. Menschen tummeln sich dort: Nahrung zum Leben, aber auch das tägliche Kreuz begleiten sie.
  • Vom roten Feld weist etwas wie eine Hand auf die Kerze im weißen Feld: das bleibende Zeichen der Auferstehung und der siegreichen Rettungstat Jesu. So endet das Drama des Menschen, das im Chaos und in Schuld begann, in der gnädigen Annahme durch Gott: die Offenbarungsworte begleiten das göttliche Heilsereignis; (siehe den Innenteil).
  • Geheimnisvoll wirken die hebräischen Schriftzeichen, die auf die Sprache Jesu, seine jüdische Herkunft und auf seine Bibel verweisen. – Die Sprache öffnet sich denen, die sich um sie mühen. Die Sprache verbindet Menschen, Familien, Gemeinden und Völker. Die Sprache kann aber auch verletzen und trennen.
  • Berge, durchgehend im Hintergrund (von links: Sinai, Horeb, Morija, Nebo, Tabor, Karmel, Hermon Zion) sind biblische Zeichen der Offenbarung. Der Altar, selbst erhoben, erinnert an diese und an Gottes Gegenwart.

Beschreibung: Univ-Prof. Dr. Friedrich V. Reiterer