Kirchweihe - Geschichte, Ritus, Bedeutung
Weihefeste
sind schon in vorchristlicher Zeit bekannt. Im Alten Testament der Bibel wird bei 1 Makk 4,59 von den alljährlichen Feiern der Altarweihe berichtet. Auch aus heidnischen Kulten sind "natale templi" bekannt. Das älteste Zeugnis einer christlichen Kirchweihe ist bei Eusebius von Caesarea 314 in Tyrus zu finden, die älteste Jahrestagsfeier einer Kirchweihe ist in Jerusalem um 400 bezeugt.Geschichte der Kirchweihe
Grundsätzlich ist die feierliche Eucharistiefeier des Bischofs mit Predigt der Rahmen für die "Inbesitznahme" einer neuen Kirche. Im Osten entwickelt sich schon bald auch ein reiches Zeremoniell, bei dem die Beisetzung der Märtyrer (bzw. später deren Reliquien) eine wichtige Rolle spielt. Im Konzil von Nicäa (787) wird ausdrücklich vorgeschrieben, dass im oder unter jedem Altar Reliquien von Märtyrern beigesetzt werden müssen. In Rom wird erst 960 ein fixer Kirchweihritus festgelegt, der mit wenigen Veränderungen bis ins 20. Jahrhundert bestehen bleibt. Der neue Ritus erscheint 1977 in der "editio typica".Elemente des Kirchweihritus
a) die Grundsteinlegung: Wesentlich ist, dass dafür der Diözesanbischof zuständig ist. Nach einem Gebet geht der Bischof zum Bauplatz und macht den Altar- und den Kreuz-Platz fest. Danach folgt ein Wortgottesdienst und Besprengung des Grundsteines mit Weihwasser.b) die Kirchweihe: Der entscheidende Rahmen ist die Bischofs-Eucharistiefeier. Diese wird mit etlichen Riten ausgebaut: Dem Pochen an die Eingangstüre; Segnung des Ambos und Übergabe des Lektionars und Evangelienbuches durch den Bischof; Altarweihe mit Reliquienbeisetzung, Weihwasserbesprengung, Salbung, Verbrennen von Weihrauch und Weihegebet des Bischofs; Tabernakelsegnung und Entzünden des Ewigen Lichtes.
Der Altar
ist ursprünglich ein Opfertisch. Heute unterscheiden wir den "Tisch des Wortes" (AMBO) als Ort, von dem aus das Wort Gottes verkündet wird, und den "Tisch des Brotes" (ALTAR), an dem die Eucharistie gefeiert wird. Eucharistie heißt, wörtlich übersetzt, "Danksagung", und ist zum einen eine Mahlfeier der versammelten Gemeinde, zum anderen ein Gedenken an das Kreuzesopfer Christi. Das Tischtuch am Altar betont den Mahlcharakter der Eucharistie, das Altarkreuz weist auf das Opfergedenken hin. Es wird aber auf dem Altar nicht, auch nicht im übertragenen Sinn, ein Opfer vollzogen.Richard Schwarzenauer, Pfarrer
Meinrad Föger, Past.Ass.
Foto: Pfarrer Anton Schwinner (rechts) von der Pfarre Tulln-St. Severin (Niederösterreich) überreicht Pfarrer Richard Schwarzenauer als Geschenk das Reliquiar, das unter anderem Überreste des Hl. Severin von Noricum enthält. Die Reliquien werden im Altar eingeschlossen.







