Unser Alltag fühlt sich oft wie ein Dauerlauf an. Nachrichten wollen beantwortet, Termine eingehalten und Aufgaben erledigt werden. Vieles scheint dringend zu sein – und genau deshalb verlieren wir manchmal das aus dem Blick, was wirklich wichtig ist.
In der Geschichte von der Auferweckung des Lazarus (Johannes 11) überrascht Jesus. Als er erfährt, dass sein Freund schwer krank ist, macht er sich nicht sofort auf den Weg. Er bleibt noch zwei Tage an dem Ort, an dem er sich gerade befindet. Für Maria und Marta kommt Jesus zu spät. Ihr Bruder ist gestorben.
Doch Jesus lässt sich nicht von der Dringlichkeit der Situation bestimmen. Er lebt aus einer tiefen Verbindung mit seinem Vater und vertraut darauf, dass Gottes Zeit größer ist als der Druck des Augenblicks. Was für die Menschen wie ein Versäumnis aussieht, wird zum Ort, an dem Gottes Herrlichkeit sichtbar wird.
Vielleicht liegt genau hier eine wichtige Lektion für unser Leben. Wir verlieren unsere Kraft oft nicht, weil wir zu viel zu tun haben, sondern weil wir allem dieselbe Priorität geben. Wir reagieren ständig auf das Dringende und vernachlässigen das, was uns langfristig trägt: Ruhe, Beziehungen, Gebet, Gesundheit und die Zeit mit Gott.
Stephen Covey beschreibt dieses Prinzip mit dem Bild der stumpfen Säge. Wer nie innehält, um seine Säge zu schärfen, arbeitet zwar ununterbrochen, wird aber immer weniger wirksam. Jesus zeigt uns einen anderen Weg: Er lebt nicht getrieben, sondern geführt.
Lebenspraktische Frage:
Was ist in deinem Leben gerade dringend – und was wäre eigentlich wirklich wichtig? Was hast du Unternommen oder welche Entscheidung könntest du diese Woche treffen, um deine „Säge zu schärfen“ und aus neuer Kraft zu leben?